Das Tor – Die Geschichte hinter den Bildern
Vorgeschichte
Eines Tages meldete sich Claudia das Model mit dem ich schon „OneBodyTwoSouls“ gemacht habe mit gleich 3 Shootingideen.
Die Erste verrate ich Euch nicht, die zweite verrate ich Euch nicht aber die dritte. Warum die ersten beiden nicht – weil wir die vermutlich zu einem späteren Zeitpunkt auch noch machen werden.
Die Idee war: „Eingesponnen in Spinnweben!“
Es fehlte nur fehlt noch die passende Location. Ein klassisches Studio wäre zu langweilig. Hierfür brauchten wir etwas düsteres.
Öffentliche Locations fielen aus, da wir ggf. auch verdeckten Akt oder Teilakt shooten wollten.
Also mal alle Studios im Umkreis von 100Km durchgesehen und in Gersthofen wurden wir fündig. Lasst Euch überraschen.
Einfach „nur“ Bilder mit so einem coolen Thema wäre mir zu wenig, also Brainstorming – eine Story muss her.
Nach vielen Mindmapping Sessions alleine und per Videokonferenz mit Claudia war die Story soweit.
Die Idee und die Bilder dazu
Szene 1 Entspannter Sonntag Nachmittag. Sie liegt auf der Couch und liest ein Buch – irgendeines? – NEIN! Da lassen wir uns noch was einfallen.
Szene 2 Vor dem Schminkspiegel – erst normal, dann „strange“ – erschrocken, Sie sieht im Spiegel sich selbst in eingewoben in Spinnweben.
Szene 3 Auf dem Dachboden. Erst im weissen Kleid, dann verdeckter Akt: Nur noch mit den Spinnweben bekleidet. Auf dem Stuhl kauernd. ängstlich, apathisch.
Szene 4 Metamorphose – Sie fürchtet sich nicht mehr – ist stark!
Szene 5 Sie sieht durch ein Fenster ….. immer noch im Dachboden… und sieht sich selbst im Schminkspiegel. Der Kreis schließt sich.
Das Licht und die Kameraeinstellungen
Szene 1
Ausrüstung und Settings:
Kamera Leica M10
Objektiv Voigtländer VM 50mm 1:1.2 (Bei Blende 1.2 liefert das immer einen unglaublichen „Dreamy Look“ )
3 Blendenstufen ND Filter
Blitze: Walimax Studioblitze mit leider eher kleinen Softboxen
Settings: 1/125 Blende 1.2 mit 3 Blendenstufen NDFilter bei ISO 200
Das Licht im Schlafzimmer war für mich das schwierigste. Der Raum hatte 3 Fenster. Ich wollte Claudia und den Raum hell und Lichtdurchflutet darstellen. Also musste ich das tolle natürliche Licht mit künstlichem mischen.
Mit den beiden eher kleinen Softboxen im Studio, hatte ich meine Schwierigkeiten. Die Blitze in den Softboxen die da waren aber selbst auf kleinster Stufe zu stark für meine Belichtung, die ja das natürliche Licht vorgegeben hatte. Selbst wenn ich die Softboxen ans andere Ende des Raumes stellte, waren sie immer noch zu hell und zudem wurde durch die Entfernung das Licht zu hart.
Irgendwann kam ich auf die Idee mit nur einer Softbox gegen die Wand zu blitzen und damit quasi eine riesige Softbox zu bauen. Dann war das Licht so wie ich es wollte.
Szene 3 teilweise 4
Ausrüstung und Settings:
Kamera Leica M10Objektiv Voigtländer VM 50mm 1:1.2 und Leica Elmarit M Asph. 1:2.83 Blendenstufen ND Filter
Bühnenscheinwerfer
Blitze: Meine Godox V1 einer mit Snoote Marke Eigenbau
Settings: 1/125 Blende 1.2 bzw. 2.8 bei ISO 200
Der Dachboden war ein riesiger Raum und genauso gruselig, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Ein paar sehr kleine Fenster, deren Licht interessante Akzente setzte.
In dem Studio war ein alter Bühnenscheinwerfer, mit dem man ein Spot auf das Model setzen konnte, der ein tolles Licht gab. Man konnte ihn fokussieren um die Größe des Lichtkegels einzustellen. Das wurde mein Hauptlicht (In der Skizze unten links dargestellt). Für das Model wolle ich kein Fülllicht haben, aber der Raum dahinter sollte noch zu erahnen sein. Dafür habe ich einen Godox V1 weitwinklig in den Raum leuchten lassen (in der Skizze rechts)
Das Skelett brauchte auch etwas um die düstere Stimmung zu unterstreichen. Hier kam ein weiterer Godox V1 mit einem selbstgebauten Snoot und Barndoors zum Einsatz. Wenn ich Blitze nutze ,stelle ich immer die Lichtstärke manuell ein, bis mir das Ergebnis gefällt. TTL finde ich im Studio eher kompliziert.
Zum Shooting
Das Shooting haben wir im März gemacht und insbesondere auf dem Dachboden war es eiskalt. Ich habe in einer dicken Pelzjacke fotografiert und war viel in Bewegung. Aber Claudia war wirklich hart im Nehmen. Sie war ja teilweise nur mit Spinnweben bekleidet. Sie hat nur einmal eine Pause gemacht um sich unten an einem Holzofen wieder aufzutauen.
Künstliche Spinnweben sind übrigens gar nicht so einfach zu verarbeiten. Sie kleben nicht. D.h. man muss sie wickeln, an Stellen, die man nicht sieht verknoten. Das Anbringen und Verteilen war also ein großer Teil der Arbeit. Meine Empfehlung: Dafür sollte man besser zu zweit sein, dann würde das deutlich schneller gehen. Mir hat immer mindestens eine Hand gefehlt.
Für das Shooting habe ich wieder eine eigene Playlist gemacht. Es ist mir immer sehr wichtig, dass die Musik die Stimmung des Shootings unterstützt. In dem Fall eine Mischung aus dem Soundtrack von „Penny Dreadful“ und Marilyn Manson und etwas Dark Metal von Dimmu Borgir.
Das Shooten mit Claudia hat viel Spaß gemacht und sie hat sich unglaublich gut in ihre Rolle hineinversetzt.
Folgt ihr unbedingt auf Instagram: @Halloweenhoopy.
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